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Die Schönheit der Natur und der Landschaft, das historische und kulturelle Erbe, archäologische und künstlerische Sehenswürdigkeiten: diese Eigenschaften machen den Braccianosee zu einem begehrten Ferienziel, das von Besuchern aus aller Herren Länder geschätzt wird. Drei Städte liegen an den Ufern des Sees: Bracciano, Trevignano Romano und Anguillara Sabazia. Auch die Gemeinden Manziana, mit einer wunderbaren Aussicht auf den See von seinem Hauptplatz aus, Oriolo, Monterosi und Sutri liegen in nächster Nähe.


"Der herrliche See, im Altertum Lacus Sabatinus, ursprünglich ein vulkanischer Krater, liegt hingegossen zwischen sanften Gebirgszügen und anmutigen Ufern. Er hat einen Umfang von 21-22 Millien (30 km); sein Flächenraum ist also vollkommen so groß wie die Stadt Rom, mit welcher er durch die Acqua Paola, die erneuerte Sabatinische Wasserleitung Trajans, in direkter Verbindung steht. Denn das Wasser, welches durch die Porta di S. Pancrazio nach Trastevere hereinkommt und sich aus der Fontäne Pauls V. mit so prachtvollem, flußähnlichem Schwall ergießt, stammt zu einem Teil aus diesem See, den die Mauern Aurelians gerade umspannen würden.


Nach Norden umfaßt ihn ein kleines bewaldetes Gebirge, aus dem als ein schwarzer vulkanischer Pic, höchstens 2000 Fuß (600m) hoch, der Monte di Rocca Romana aufragt. Dieser Kegel ist in der etrurischen Landschaft überall sichtbar, wie in der lateinischen der Monte Cavo über dem See von Albano. Unter ihm liegt am Ufer der Ort Trevignano. Zur Linken erhebt sich der Höhenzug von Bracciano, und auf ihm stellt sich, etwa eine Millie vom Seespiegel entfernt, als die dominierende Gestalt der ganzen Landschaft die riesige Burg der Orsini dar, ein prachtvolles Fünfeck mit fünf runden krenelierten Türmen. Ihre schwarzgraue Farbe entspricht der vulkanischen Natur ringsumher, deren geschichtliches Erzeugnis dieses Schloß zu sein scheint. Zur Rechten endlich ragt in den See eine hohe Landzunge mit einem dunklen betürmten Ort. Dies ist Anguillara, ehemals der Sitz der Grafen dieses Namens von einem Nebenzweig der Orsini. Dort strümt der Arone aus dem See, dessen Emissar er ist." (Ferdinand Gregorovius, 1870)


Bracciano liegt auf einem Hügel der bereits zur Zeit der Etrusker bewohnt war, wie die Nekropole "Colonnette" bezeugt; ihren höchsten Glanz erreichte die Stadt in der Renaissance, als sie Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft und Sitz der Familie Orsini war; im Jahre 1696 ging sie in den Besitz der Familie Odescalchi, die auch heute noch Eigentümer des Schlosses sind.


Die Geschichte von Bracciano wird von seiner alles beherrschenden und überragenden Burg geprägt. Aufgrund ihrer Größe und des guten Erhaltungszustandes gilt sie als einer der bedeutendsten Burgbauten Italiens. Sie wurde unter Napoleone Orsini ab 1470 errichtet und nach seinem Tod unter seinem Sohn Gentil Virginio um 1485 vollendet; berühmte Persönlichkeiten haben in ihr verweilt: Karl VIII., König von Frankreich, Papst Sixtus IV, Marcantonio Colonna, siegreicher Feldherr der Schlacht von Lepanto und um 1870 der deutsche Historiker Gregorovius, der interessante zeitgenössische Kommentare hinterlassen hat.
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Die Säle des Schlosses sind mit Malereien und Fresken großer Meister (Antoniazzo Romano und Taddeo Zuccari) ausgestaltet. Skulpturen aus Marmor und Bronze, große Kamine, hölzerne Decken, Keramikvasen, Waffen und Rüstungen sowie archäologische Grabungsfunde aus Cerveteri und Palo können in den Räumen bewundert werden.


An geistlichen Bauwerken besitzt Bracciano zwei barocke Kirchen: Santa Maria Novella (daneben ein ehemaliges Augustinerkloster) und St. Stephan, mit Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert. Der Stadtkern hat seine mittelalterliche Struktur mit den engen Gassen bewahrt. In den Erweiterungen aus der Zeit der Renaissance gibt es Geschäfte und Werkstätten aus dem 15. und 16. Jahrhundert.


Der Ortsteil Castel Giuliano stellt ein interessantes Beispiel für die landwirtschaftlichen Reformen des 17. Jahrhunderts dar: drei parallele Gassen mit zweistöckigen Gebäuden, die alle in der gleichen Art errichtet wurden. Das Dörfchen wird von einem Schloss überragt, das einst Eigentum des Hospitzes Santo Spirito in Rom und später Lehen der Familie Patrizi war, in deren Besitz es sich auch noch heute befindet.


In Bagni di Vicarello finden sich Reste aus der Römerzeit. Der Name Vicarello leitet sich vom lateinischem Vicus Aurelii ab und "Bagni" bedeutet Badekurort: die alten römischen "Acquae Apollinares" zwischen den Ruinen der alten Thermen und römischer Landhäuser gibt es hier noch immer heiße Quellen. Die neuzeitliche Badeanstalt ist jedoch zur Zeit geschlossen. Bei Grabungen wurden wunderschöne antike silberne Becher gefunden, die jetzt im Nationalmuseum in Rom ausgestellt sind.


Das bezaubernde Städtchen Trevignano, über dem sich auf einem Hügel die Ruine des Orsini-Schlosses erhebt, befindet sich an einem Ort, der seit der Zeit der Etrusker bewohnt ist und unter dem Namen Sabatia bekannt war, der durch den lateinischen Namen des Sees (Sabatinus lacus) überliefert ist. Die Nekropole von Sabatia befindet sich nächst einem Ort namens Olivetello; bei Grabungen wurden bedeutende Funde gemacht, die nun gemeinsam mit anderen interessantesten Gegenständen im Antiquarium der Gemeinde Trevignano ausgestellt sind.


Durch das Stadttor mit Uhrturm gelangt man in den historischen Ortskern mit seinen bezaubernden alten Häusern und der Kirche Santa Maria Assunta. In ihrem Innenraum ein bedeutendes Fresko von 1517 "Himmelfahrt und Krönung Marias", das Werk eines unbekannten Künstlers.


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Die dritte Stadt am Ufer des Sees ist Anguillara Sabazia. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel, war einst ein Lehen des Geschlechts der Anguillara und gehörte später der Familie Orsini. Ein wunderschönes Stadttor aus dem 16. Jahrhundert mit einem Uhrturm bildet den Eingang zum Hauptplatz, Im ehemaligen Palazzo Baronale, der mit wertvolle Fresken verziert ist, befindet sich heute das Rathaus. Die Kirche Collegiata dell'Assunta aus dem 16. Jahrhundert bewahrt ebenso interessante Gemälde. Die Stadt wird von Resten eines Schlosses der Orsini aus dem 15. Jahrhunderts umgeben.


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Nahe Anguillara die Ruinen eines umfangreichen Gebäudekomplexes aus römischer Zeit: ein Landhaus aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. mit einer weitläufigen Esedra und einem verzierten Nympheum. In der Nähe die Ruinen eines Landhauses aus dem 2. Jahrhundert, das im VIII. Jahrhundert in das Kloster von S.Stefano umgewandelt wurde und die Mauern von S. Stefano oder "Muracci" genannt wird.


Historisch bemerkenswert und sehr romantisch in ihrer Anlage sind die Ruinen der Stadt Monterano, mit Resten von Gebäuden und dem mittelalterlichen Schloss auf einem Hügel. Die Stadt wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts wegen der Malaria und aus Mangel an Trinkwasser verlassen. Damals wanderten die Einwohner in das heutige Canale Monterano ab.

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Museen und herrschaftliche Residenzen, archäologische Grabungsstätten, Ruinen und kunstvolle Brunnen: Ein historisches Erbe vom Altertum bis in unsere Tage. Besichtigen Sie das historische Museum der italienischen Luftwaffe bei Vigna di Valle, ein Muss nicht nur für Flugzeugfans.


Botanische Gärten, schöne Eichenwälder, Naturdenkmäler und vulkanischen Restphänomene: die Umgebung des Sees ist reich an Sehenswürdigkeiten, geschützt durch den Naturpark Bracciano und Martignano. Ein entdeckenswerter Winkel mit einer naturbelassenen Landschaft.


Der Braccianosee bildet auch heute wie im Altertum ein Trinkwasserreservoir für Rom. Folglich ist das Wasser kontrolliert glasklar und garantiert sauber. Der See ladet zu sportlichen Aktivitäten ein: Schwimmen, Segeln, Windsurfen, Kanu fahren, Dracheboot, Tauchen.


Die gastronomischen Spezialitäten der Gegend sind Fisch und Gerichte auf Gemüsebasis. Aale und Flussbarsche, Brokkoli, Pilze, Wild und Weißwein sind besonders appetitanregend und werden in den zahlreichen Gaststätten rund um den See serviert.